GELDANLAGE

Anlagebetrug: Ein andauerndes Phänomen mit hohen Schadenssummen


Schnell das große Geld machen – wer träumt nicht davon? Doch wenn es zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es das wahrscheinlich auch.


Immer wieder werden Menschen mit Geschichten über leicht verdientes Geld, Bitcoins und andere Kryptowährungen auf unseriöse Kapitalanlagen im Internet oder auf Apps gelockt und so teilweise um ihr gesamtes Erspartes gebracht. Das Phänomen nennt sich „Anlagebetrug im Internet.“


In Kontakt treten die Täterinnen und Täter für ihre Betrugsmasche über die sozialen Netzwerke und Anrufe oder Massenmails, aber auch mittels Werbeanzeigen im Internet. Bei diesen Anzeigen sind oft gefälschte Rezensionen von anderen Investorinnen und Investoren enthalten, die den Eindruck erwecken, dass sie viel Geld mit dieser Anlage verdient hätten. Vielfach werden zum Beispiel unter Zuhilfenahme neuer Technologien (KI) manipulierte Bilder oder Videos (sog. Deepfakes) mit Prominenten erstellt, um die Glaubwürdigkeit nochmals zu erhöhen. Sie sollen die Opfer glauben machen, die Prominenten hätten hohe Gewinne mit entsprechenden Investments erzielt. Daher finden Sie hier zum Download unseren ausführlichen Präventionshinweis dazu.


So gehen die Täter vor


Die Täter agieren meistens aus dem Ausland. Sie nutzen dabei häufig die Unerfahrenheit ihrer Opfer in Bezug auf Anlageinvestitionen für ihre kriminellen Machenschaften aus. Sie ermutigen dazu, in Aktien, Kryptowährungen etc. zu investieren, um eine hohe Rendite zu erhalten.


Die Kriminellen nutzen für diese Masche eigens erstellte, tatsächlich nicht existente Anlageplattformen. Diese Plattformen sind professionell erstellt und wirken auf den ersten Blick seriös und echt. Sie verfügen über eine manipulierte Software, die von den Kriminellen zu ihren Gunsten genutzt werden kann, um Aktien-Charts nach ihrem Belieben darstellen zu können und den Opfern vorzutäuschen, sie hätten bereits große Gewinne erzielt. Zunächst werden die Interessenten zu kleinen Investitionen überredet, häufig handelt es sich um einen niedrigen dreistelligen Betrag. Durch den persönlichen Kontakt mit dem betrügerischen Broker oder der Brokerin entsteht schnell eine Vertrauensbasis, so dass die Betrogenen sich sicher aufgehoben fühlen. Bei fehlendem Know-how sind die Täter gerne „behilflich“ und bieten ihre unmittelbare Unterstützung an. Hierfür sollen die Anlage-Interessierten durch eine Fernwartungssoftware wie bspw. AnyDesk oder TeamViewer den Fernzugriff auf ihren Computer zulassen.


Der Schein trügt – Identitätsdiebstahl als Zugewinn


Das investierte Geld wird nicht angelegt, sondern verschwindet in kriminellen Netzwerken. Durch Eingabe der Kontaktdaten auf den gefälschten Anlageplattformen erhalten die Betrügerinnen und Betrüger neben Geld zudem auch noch weitere sensible Daten der Opfer, die sie für weitere Betrugstaten nutzen können. Dabei kann es sich z. B. um Zugangsdaten für E-Mail-Konten, Online-Banking oder kopierte Ausweise handeln. Dadurch kommt es vor, dass diese nach einem erkannten Betrug noch ein zweites Mal betrogen werden. Ist der Betrug erkannt worden, meldet sich zu einem späteren Zeitpunkt eine vermeintliche Expertin bzw. ein vermeintlicher Experte (z. B. Anwalt) und bietet Unterstützung bei der Rückholung des verlorenen Geldes an (sog. „Recovery-Scam“).


Die Vorgehensweise der Täterinnen und Täter entwickelt sich fortlaufend weiter, um neue Opfer zu gewinnen und Geldflüsse zu verschleiern.


Inzwischen wird auch über Online-Kontaktbörsen, wie zum Beispiel Tinder, Badoo, LinkedIn etc., das Interesse an solchen Investitionen geweckt. Diese Kontaktpersonen berichten potentiellen Anlegern von ungewöhnlich hohen Gewinnen bei gleichzeitig doch geringem Einsatz und stellen dann eine Verbindung zu „Kundenberatern“ her.


Checkliste für Ihre Sicherheit



Ergänzende Informationen finden Sie hier:


Link zum Podcast des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) "Cybertrading Fraud – wenn der Traum vom schnellen Geld platzt"


Link zur Themenseite der Europäischen Verbraucherzentrale (EVZ) "Anlage-Betrug: Das steckt hinter der Masche mit falscher Promi-Werbung"


Link zur Seite des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes "Trading-Scam: Vorsicht vor Online-Anlagebetrug"


Quelle: https://lka.polizei.nrw/artikel/anlagebetrug-ein-andauerndes-phaenomen-mit-hohen-schadenssummen


Geldanlagebetrug im Netz


Bürger des Landkreises Northeim verlieren mehr als 645.000 Euro


Wie bereits in den vergangenen Jahren bleibt auch 2026 der Betrug im Zusammenhang mit Geldanlagen im Internet ein großes Thema bei der Polizei Northeim.

In den vergangenen sechs Wochen beläuft sich die Gesamtschadensumme bei Geschädigten aus dem Landkreis Northeim bereits auf mehr als 645.00 Euro.
Die einzelnen Schadenshöhen liegen zwischen einem unteren fünfstelligen Bereich und sechsstelligen Beträgen. Der höchste Schaden lag nach aktuellen Erkenntnissen bei einem mittleren sechsstelligen Betrag.
Das Alter der Geschädigten erstreckt sich über mittlere bis höhere Altersgruppen. Alle haben den Wunsch, ihr Erspartes mit möglichst hohen Ertrag anzulegen.


So läuft der Betrug ab


Der Betrug beginnt oft mit Werbeanzeigen oder Videos auf Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram, immer häufiger aber auch über vermeintliche Info-Videos bei Google News. In den Videos erscheinen bekannte Gesichter wie Sandra Maischberger, Maybritt Illner, Markus Lanz, Peter Maffay oder Bekanntheiten aus der TV-Sendung „Höhle der Löwen“.
Mittels künstlicher Intelligenz (KI/AI) werden Personen verfälschte Dialoge hinterlegt, in denen eine vermeintlich unschlagbare Investmentmöglichkeit thematisiert wird.

Tatsächlich haben die gezeigten Personen jedoch nichts mit der thematisierten Anlagemöglichkeit zu tun.

Über die in den Videos verlinkten Webseiten geben die Opfer ihre Kontaktdaten preis. Daraufhin erfolgt in der Regel ein Anruf eines angeblichen Anlageberaters, häufig über WhatsApp und oft von einer ausländischen Telefonnummer, insbesondere  aus Großbritannien (+44) oder Österreich (+43).

Der Anrufer spricht meist deutsch, in manchen Fällen auch Englisch.

Der vermeintliche Berater verspricht hohe Gewinne auf Geldanlagen. Das anfängliche Investment von mehrheitlich 250 Euro erzielt innerhalb weniger Tage beeindruckende Gewinne. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Geld in Aktien, Anleihen oder Kryptowährungen sowie neuerlich auch in überdurchschnittlich gut verzinste Festgeldanlagen investiert wird.


Doch diese Gewinne existieren nur auf dem Papier.

Die Kurse und angeblichen Gewinne auf dem Online-Investment-Accounts der Opfer werden von den Tätern manipuliert und sind nicht real.

In Wirklichkeit wird das Geld der Opfer nie investiert, sondern landet auf den Konten der Täter.


Beeindruckt von den scheinbar hohen Gewinnen, investieren die Opfer bald größere Beträge. Sie folgen den Aufforderungen ihres „Beraters“ und überweisen innerhalb kurzer Zeit immer höhere Summen. Diese Zahlungen erfolgen überwiegend an verschiedene Konten, sowohl im Inland als auch im Ausland, selten jedoch an denselben Empfänger. Zudem eröffnen die Opfer auf Anweisung der Betrüger Konten und Accounts bei Krypto-Börsen, wobei die Täter unbemerkt die Zugangsdaten abfangen und so vollen Zugriff auf das Geld der Opfer erhalten.


Die schmerzhafte Erkenntnis kommt in der Regel, wenn die Opfer versuchen sich ihre „Gewinne“ auszahlen zu lassen. Die Auszahlungen werden mit dem Hinweis auf angebliche Steuern oder Gebühren verweigert. Es wird plötzlich ein separates Auszahlungskonto benötigt oder der Kontakt zu dem bisherigen Berater sind nicht mehr erreichbar und die Investment-Webseite ist offline. Die Opfer verlieren den Zugriff auf ihr investiertes Geld.


Wie man sich schützt


Die Polizei Northeim warnt dringend vor solchen scheinbar überdurchschnittlich profitablen Geldanlagen.

„Seien Sie misstrauisch, wenn Sie von angeblichen Beratern aus dem Ausland über WhatsApp kontaktiert werden. Vertrauen Sie Ihr Geld niemals jemanden an, den Sie nicht persönlich kennen und investieren Sie nicht in Anlageformen, mit denen Sie nicht vertraut sind. Wenn Sie investieren möchten, prüfen Sie die Angebote gründlich und holen Sie sich gegebenenfalls Rat, etwa bei Ihrer Hausbank“, empfiehlt die Polizei.


Quelle: HALLO Northeim vom 21.03.2026

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